Nähzimmer Hack Garnregal

12.11.2019 19:44

Anleitung Nähgarnregal

Nichts ist schöner, als ein Hobby auch mal mit dem Partner oder einem anderen lieben Menschen zu teilen.

So ist das auch bei Anne & mir. Ich bin zwar nicht der begnadete Näher aber dafür habe ich an der einen oder anderen Stelle ganz gute handwerkliche Fähigkeiten für die ich mich sicher nicht verstecken muss. (So genug auf die eigene Schulter geklopft). Und so kommt es immer wieder mal vor, dass ich für Anne´s und ja dann doch irgendwie unser gemeinsames Hobby „Nähen“ tätig werden darf. Ich habe schon so einiges hier für uns gebaut und diesmal sollte es ein einfaches und schlichtes Nähgarnregal werden, welches an die Wand gehangen werden kann und so gleichzeitig zum Blickfang wird.

Wie wäre es also, wenn Du dir entweder selber so ein praktisches und schönes Nähgarnregal baust, oder Du einfach einen Lieben Menschen fragst, dir ein solches Regal zu bauen. Die Anleitung hast Du ja jetzt. Auch wenn Du das Projekt gerne mit deinen Kids „basteln“ möchtest, ist das easy und je nach Werkzeug weitestgehend gefahrlos möglich. Unter Aufsicht also gar kein Problem wie ich finde.

Was benötigst Du für das Nähgarnregal?

Da ich ein bisschen wie ein Jäger und Sammler bin, habe ich fast immer irgendwas „rumfliegen“ mit dem ich was bauen kann. So auch bei diesem Regal. Den Bilderrahmen hatte ich noch vom schwedischen Möbelriesen, die Keilleisten von irgendwelchen Renovierungsarbeiten und die kleinen Buchestäbchen sind vom „Vogelhaus basteln“ mit den Kindern übriggeblieben. Was jetzt noch fehlt ist starker Kleber sowie ein paar einfache Werkzeuge. Hier die Materialliste und das Werkzeug was ich verwendet habe:

Materialliste:

  • Alter Bilderrahmen in 30 x 40 cm ohne Glasscheibe & Passepartout
  • 2x Keilleisten Buche 3,5 x 1,5 x ca. 100 cm.
  • 5x Buche Rundstäbchen 0,05 x ca. 100 cm.
  • Starker Kleber + Sprühkleber (z.B. Montagekleber & Pattex)
  • Stück Stoff mit 35 x 45 cm (Hier kannst Du gut ein Reststück nehmen)
  • Alternativ bei Bedarf kurze Schrauben

Werkzeugliste:

  • Eine Holzsäge mit feiner Zahnung (z.B. eine Gehrungssäge oder eine Feinsäge mit Schneidelade)
  • Schraubzwingen
  • Metermaß oder Maßband
  • Bleistift
  • Akkuschrauber
  • 5mm Bohrer
  • Wenn verfügbar eine Standbohrmaschine
  • Etwas feines Schleifpapier

Los geht’s – Rückwand mit Stoff beziehen

Ich baue das Nähgarnregal für die Mama zusammen mit meinen Lütten. Wir möchten unser Garnregal mit einem Stoffhintergrund versehen. Da der Kleber anziehen und trocknen muss, starten wir zuerst mit diesem Schritt.

Der Pattex Kontaktkleber klebt ziemlich gut. Achte zuerst auf eine geeignete Unterlage. Bereite den Stoff aus und besprühe diesen großflächig aber sparsam mit dem Sprühkleber. Besprühe als nächstes die Pressplatte bzw. Rückwand deines Bilderrahmens ebenfalls mit Sprühkleber. Lasse beide Teile ca. 15 Minuten anziehen, bevor Du die Teile zusammenklebst.

 

Nach den 15 Minuten kannst Du den Stoff nun vorsichtig auf die Pressholzplatte kleben. Fange dabei an einer Seite der Platte an und streiche den Stoff dann vorsichtig und gleichmäßig auf die Platte auf. Drehe die Platte nun auf die andere Seite und klebe die Kanten ordentlich um die Ecken.

  

  

Fertig ist die bezogene Rückwand. Diese muss nun noch für einige Zeit trocknen, bevor wir damit weiterarbeiten können.

Holzleisten & Stäbe zuschneiden

Die Trocknungszeit nutzen wir, um die Holzstäbchen und die Keilleisten auf Länge zu sägen.

Wir benutzen dafür eine Schneidelehre sowie eine Feinsäge. Mit zwei Schraubzwingen fixieren wir die Schneidelehre an einem Arbeitstisch und setzen uns einen Anschlag. Damit stellen wir sicher, dass alle Holzstäbchen gleich lang werden. Das vereinfacht dir das Zuschneiden ungemein. Die Holzstäbchen werden auf 10 cm Länge gesägt. 10 cm sind Ideal um die Nähgarnspule nebst Unterfadenspule gleichzeitig zu halten. Auch für Overlockgarn Konen sind die Stäbe lang genug. Nun säge Stab für Stab – am besten einzeln - auf Länge. Das geht in der Tat deutlich schneller als mehrere gleichzeitig abzulängen. Wir haben es getestet 😊.

  

Da immer nur einer sägen kann, bereitet unsere Kleine schonmal die Schrauben vor und der jüngste chillt auf dem Werktisch. Ein ganz schönes Gewusel aber alle haben Spaß! Die Keilleisten sägen wir währenddessen auf 29 cm. Dieses Maß wird bei dir aber sehr wahrscheinlich anders sein. Du musst hier den Abstand zwischen den beiden Seiten deines Bilderrahmens messen.

 

Nun haben wir einen ganz schönen Schwung kleiner Holzstäbchen, die alle noch etwas rau an den Kanten sind. Und weil wir uns das leben ja nicht so schwer machen müssen, schleifen wir die Kanten einer Seite fix mit dem Akkuscharuber leicht rund. Das erleichtert dir später das aufstecken der Garnspulen und schützt dich vor splittern.

Nun benötigen wir noch die Löcher für die Holzstäbchen. Diese müssen wir als erstes anzeichnen. Pro Keilleiste passen bei uns 9 Stäbchen nebeneinander. Wir rechnen uns also den gewünschten Abstand aus. Ich habe hier jedoch etwas gefudelt und einfach immer „gemittelt“. Bei einer ungraden Stäbchenanzahl geht das super. Du ermittelst erst die Mitte der gesamten Keilleiste (Bei uns 14,5 cm), dann die Mitte von der angezeichneten Mitte bis zum Rand (7,25 cm) und dann wird der dadurch markierte Zwischenraum auch nochmal gemittelt (3,625). Es kommt hier aber nicht auf den Millimeter an. Wenn Du das so machst, hast du ein gleichmäßig verteiltes Stäbchenbild. Damit wir das nicht bei allen 5 Keilleisten machen müssen, übertragen wir die Linien einfach von der Markierten Keilleiste auf die noch unmarkierten. Das Anzeichnen geht Ruck Zuck und dauert keine 3 Minuten.

 

Bohren der Löcher

Wenn Du eine Standbohrmaschine im Zugriff hast, nutze bitte diese. Das ist einfacher, schneller und auch sicherer. Aber auch mit dem Akkuschrauber und einer ruhigen Hand kannst Du die Löcher bohren. Ein weiter Vorteil der Standbohrmaschine – Sie hat in der Regel einen Tiefenanschlag und die Kinder können so sicher den Hebel bedienen, während Papa die Leiste festhält. Wir haben mit einer alten Holzleiste als Unterlage gearbeitet und uns einen Anschlag gesetzt. So ist der Abstand der Löcher zum Rand hin immer gleich und wir brauchen uns nur an den vorhin gesetzten Markierungen zu orientieren.

Wichtig: Damit die Stäbe hinterher leicht schräg nach oben stehen, musst Du die Keilleiste beim Bohren auf die Vorderseite legen und dann im 90 Grad Winkel zur Arbeitsplatte bohren. (Auch wieder ein Vorteil der Standbohrmaschine.) Wir bohren also von der Rückseite der Leisten hin zur Vorderseite.

  

Nachdem wir alle Löcher gebohrt haben, brechen wir die Kanten der Keilleisten noch mit einem feinen Schleifpapier, damit sich keiner einen Splitter einfangen kann. Wenn auf der Vorderseite die Löcher leicht ausbrechen, können wir die Löcher auch noch leicht nachschleifen.

Leisten positionieren und kleben

Nun geht es ans ankleben der Keilleisten auf die Rückwand. Legt zuerst alles zusammen und schaut, welcher Abstand dir gut gefällt. Merke dir dieses Maß. Schreibe es auf oder markiere dir die Position der Leisten mit Schneiderkreide oder einem Bleistift. Beginne dann mit der unteren Keilleiste. Trage etwas Montagekleber auf die Leiste oder die Rückwand auf (Am besten in Schlangenlinien) und drücke die Keilleiste fest an die Rückwand an. Arbeite dich so Leiste für Leiste bis nach oben vor. Ich habe hier z.B. 4,5 cm Abstand als Ideal angesehen und immer abgemessen.

  

Wenn Du nun alle Leisten angeklebt hast, musst Du diese ca. 1-2 Stunden trocknen lassen, bevor du weiterarbeitest. Alternativ kannst Du die Leisten aber auch festschrauben, statt zu kleben. Mir persönlich reicht das Kleben. Es ist schnell, Kann super positioniert werden und bisher ist noch keine Leiste wieder abgefallen. Die Gewichte sind ja auch sehr gering beim Nähgarn.

Der letzte Schritt ist das Einsetzen der Stäbchen. Meist geht das einfach per Hand – Manchmal musst du ganz sachte mit einem kleinen Hammer nachhelfen. Wenn Du die Stäbchen alle gesetzt hast, ist dein Regal schon fertig und du kannst es zu deinem fertigen Nähgarnregal bzw. Nähgarnbilderrahmen zusammensetzen.

Auf dein neues Nähgarnregal passen – sofern Du es so gebaut hast wie wir – 45 Nähgarnspulen und genauso viele Unterfadenspulen. Auch eine kombinierte Nutzung zwischen Nähgarn und Overlockgarn ist problemlos möglich.

Wir haben das Regal mit dem Toldi Näh- und Overlockgarn aus unserem Sortiment bestückt. Aber auch die kleinen Gütermann Allesnäher Spulen passen wunderbar und genauso die Garne von Amann & Mettler.

Wir hoffen, dass dir die Anleitung gefallen hat und freuen uns natürlich, wenn Du für dich auch ein so praktisches und schickes Regal gebaut hast.

Zeig uns deine Ergebnisse gerne als Foto oder in der StoffMetropole Nähcommunity auf Facebook.

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Nachmachen!

Anne & Timo

PS: Klicke auf den folgenden Link um dir die Anleitung herunterzuladen, auszudrucken oder zu speichern. 

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