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Bügeleinlagen Guide

18.08.2021 11:20

Sicherlich kennst auch Du folgende Sätze in vielen Schnittmustern: „Für Dein Projekt benötigst du Bügeleinlage XY“ oder „Verwende eine passende Bügeleinlage“.

Für sehr viele Nähprojekte ist die Wahl der passenden Einlage für ein perfektes Endergebnis unverzichtbar. Sei es zum Stabilisieren, Auspolstern, als Nähhelfer oder zum Schutz gegen Ausleiern oder Ausreißen. Es lohnt sich definitiv, für schöne und saubere Nähergebnisse die richtige Einlage zu wählen und zu verwenden. 

So manchem Nähanfänger zaubern solche Sätze im Schnittmuster allerdings erst einmal große Fragezeichen ins Gesicht. Denn schnell verliert man bei Bezeichnungen wie Vlieseline, Vliesofix, Stickvlies, Volumenvlies, Decovil, Schabrackeneinlage u.v.m. den Überblick. Wir wollen Dir mit diesem Blogbeitrag helfen und etwas Licht ins Dunkle bringen. Was ist denn überhaupt so eine Bügeleinlage und wofür braucht man sie? Und nicht zuletzt: Welche Bügeleinlagen gibt es und wie verwende ich sie? Fangen wir aber doch einmal ganz am Anfang an und klären die Frage: 

Was versteht man unter einer „(Bügel-)Einlage“?

Ganz allgemein ist eine (Bügel-)Einlage eine zusätzliche Materialschicht, die meistens auf der linken Stoffseite angebracht wird, um damit bestimmte Eigenschaften eines Nähprojektes zu erzielen (z.B. mehr Volumen, ausreichend Stabilität, Fixierung etc.)

Dabei gibt es zwei Arten von Einlagen: Einmal die sogenannten Bügeleinlagen, die mit einer dünnen Klebebeschichtung versehen sind und mit Hilfe von Wärme (z.B. Bügeleisen, Textilpresse) auf der linken Stoffseite des verwendeten Materials fixiert werden. Diese verwendet man hauptsächlich zum Stabilisieren von dünnen Stoffen und um diese vor Ausreißen oder Ausleiern zu schützen. Alternativ gibt es Einlagen, die auf dem Material festgenäht bzw. eingenäht werden. 

Von beiden Arten gibt es jeweils unterschiedlich dicke Varianten mit verschiedenen Eigenschaften. So gibt es einmal die sogenannten Gewebeeinlagen die ähnlich wie Stoff verwoben werden und deswegen sogar einen Fadenlauf besitzen, den Du beim Zuschnitt beachten solltest.  Alternativ gibt es die Vlieseinlagen, die aus losen Fasern zusammengesetzt sind und deshalb keinen expliziten Fadenlauf besitzen. 

Alle Einlagen haben das Ziel deinem Nähprojekt die gewünschte Stabilität und Griffigkeit zu verleihen, sodass Du möglichst lange Freude daran hast. Denn was wäre eine Krabbeldecke oder ein Babynest ohne eine kuschelige Volumenvlieseinlage oder eine tolle Tasche, die in sich zusammenfällt? Aber auch gegen das Ausreißen von Druckknöpfen oder das Ausleiern von Halsausschnitten kann die Wahl der richtigen Einlage Wunder bewirken. 

 

Für was benötigt man eine (Bügel-)Einlage?

Grundsätzlich kann man sagen, dass man eine Einlage für alle Projekte benötigt, bei denen man etwas stabilisieren, fixieren oder auspolstern möchte. 

Die folgenden Bilder veranschaulichen Dir einige Nähprobleme bzw. Einsatzgebiete unterschiedlichster Einlagen im direkten Vergleich mit und ohne Einlage: 

    

    

    

  (Bügel-)Einlagen benötigt man also z.B.:
  • beim Einnähen von Reißverschlüssen, um ein Verziehen des Stoffes zu verhindern und somit ein gleichmäßiges Schließen zu gewährleisten
  • zum Stabilisieren von Taschen, Utensilos, Portemonnaies usw. 
  • zum Fixieren von Applikationen, Patches oder Label, um ein Verziehen oder Verrutschen beim Annähen zu verhindern
  • zum Stabilisieren von Belegen, Ausschnitten, Knopfleisten, Hemdkrägen, Armmanschetten etc.
  • zum Aufpolstern von Decken, Steppwesten und -jacken, Babynestchen usw. 
  • um das Ausreißen von Druckknöpfen zu verhindern
  • für ein schönes gleichmäßiges Nahtbild bei Stickereien oder Knopflöchern
  • zur Isolierung von Jacken, Westen, Topflappen etc. 
  • um dehnbare Stoffe unelastisch zu machen und sie so für Projekte verwenden zu können, die eigentlich Webware erfordern
  • u.v.m.

 

Wie kann ich die einzelnen (Bügel-)Einlagen unterscheiden und welche verwende ich für was?

Der bekannteste Hersteller für qualitativ hochwertige (Bügel-)Einlagen aller Art ist sicherlich die Firma Freudenberg (Vlieseline). Die Produkte dieser Firma findest Du in allen gängigen Stoffgeschäften und Onlineshops und kannst damit nichts falsch machen. Außerdem werden in den meisten Schnittmustern die Produktbezeichnungen der Firma Freudenberg in der Materialliste angegeben, weshalb sich der Oberbegriff „Vlieseline“ (Markenname der Firma Freudenberg) für Bügeleinlagen aller Art gefestigt hat. Selbstverständlich gibt es auch noch einige andere Hersteller die Produkte mit vergleichbaren Eigenschaften anbieten. 

Grundsätzlich gibt es ganz oft nicht DIE eine richtige (Bügel-)Einlage, sondern es hängt auch immer ein bisschen von Deinen persönlichen Vorlieben ab und welche Eigenschaften Du Dir von Deinem fertigen Nähprojekt wünschst. Möchtest Du z.B. Deine genähte Tasche ganz klein zusammenfalten können oder soll die Tasche selbst einen tollen Stand haben? Soll Deine Krabbeldecke eher dünner oder eher dicker gepolstert sein? Das alles entscheidet sich mit der Wahl der richtigen Einlage.

Die einzelnen (Bügel-)einlagen lassen sich anhand ihrer Produktbezeichnungen unterscheiden. Diese setzen sich meist zusammen aus einem Buchstaben (H, G, S etc.) und einer Zahl. Je höher die Zahl umso dicker und stabiler die Einlage. Die Einlagen sind meistens weiß/beige, manche gibt es aber auch in schwarz. Wenn es von einer Sorte beide Farben gibt, wählst Du Die, die Deiner Stofffarbe am nächsten kommt. Es würde vermutlich den Rahmen sprengen nun jede einzelne (Bügel-)Einlage mit ihren Eigenschaften und ihrem Verwendungszweck aufzuzählen. Deshalb beschränken wir uns auf die, die am häufigsten gebraucht und auch in Schnittmustern verwendet werden, bzw. auf die allgemeinen Sammelbegriffe, um Dir einen groben Überblick zu verschaffen. Wenn Du Dich gerne umfassender informieren möchtest, findest Du auf der Internetseite der Firma Freudenberg eine tolle Übersicht über das gesamte Sortiment.

 

Folgende (Bügel-)Einlagen gehören gerade für Nähanfänger zu den Wichtigsten: 

Bügeleinlage (H 180/200/220/250 etc)

Dies ist quasi die „Standardeinlage“, von der es nie schadet, etwas auf Vorrat zu haben, da Du sie bei vielen Nähprojekten verwenden kannst. Dabei handelt es sich um eine Vlies-Bügeleinlage, die aus einzelnen Fasern besteht und mit einer Kleberückseite versehen ist, mit der sie auf der linken Stoffseite fixiert werden kann. Sie eignet sich z.B. für das Verstärken von Knopfleisten, Belegen, Krägen, Armmanschetten usw. Du kannst sie aber auch auf Deine Stoffkanten bügeln bevor Du einen Reißverschluss einnähst, um ein Verziehen von elastischem Stoff zu verhindern und ein gleichmäßiges Schließen zu ermöglichen.

Generell kann man sagen, dass Du diese Einlage für alles verwenden kannst, was in Form aber trotzdem weich und flexibel bleiben soll. Dabei ist H180 die dünnste und weichste für sehr kleine Teile oder ganz feine Stoffe (z.B. Seide, Viskose etc.) während z.B. H250 schon um einiges stabiler und griffiger ist. Sie ist daher für mittelschwere bis schwere Stoffe (z.B. Baumwolle) geeignet . Diese Vlieseinlagen haben keinen Fadenlauf so dass hier beim Zuschnitt nichts beachtet werden muss. 

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Gewebeeinlage (G 700/710/740 etc.)

Hierbei handelt es sich um eine etwas stabilere Bügeleinlage, die nicht aus einzelnen Fasern besteht, sondern wie ein Webware-Stoff aus Garnfäden gewebt wurde. Während H180/200/220/250 gerade bei sehr dehnbaren Stoffen mit etwas Zug dennoch reißen kann, ist es mit dieser Bügeleinlage möglich, sogar Jerseystoffe komplett undehnbar zu machen. So kannst Du diese Jersey Stoffe auch für Projekte zu nutzen, die eigentlich auf unelastische Stoffe ausgelegt sind. Die Gewebeeinlage ist, je nach Höhe der Zahl in der Produktbezeichnung, dennoch relativ dünn und stört den Tragekomfort von Kleidung nicht. Sie eignet sich auch hervorragend, um bestimmte Stellen an Kleidungsstücken zu sichern wie z.B. Tascheneingriffe bei sehr dehnbaren (z.B. Jersey) oder ausreißempfindlichen Stoffen (z.B. Cord), aber auch zur Reparatur kleiner Löcher und zur Fixierung von Kleinteilen an Kleidung. Im Gegensatz zu Vlieseinlagen haben Gewebeeinlagen einen Fadenlauf, der beim Zuschnitt beachtet werden sollte. 

 

Volumenvlies

Auch die sogenannte Volumenvliese gibt es in unterschiedlichen Stärken von ca. 0,5-5 cm. Es wird zum Aufpolstern von Nähprojekten wie Krabbeldecken, Babynestchen, Taschen, Steppjacken oder -westen etc. verwendet. Je nachdem wie dick und kuschelig Du Dein Nähprojekt haben möchtest, wählst Du die Dicke Deiner Einlage. Dabei gibt es sowohl Volumenvliese, die aufgebügelt werden können als auch welche, die auf dem Stoff festgenäht werden (z.B. wenn man selbst einen Steppstoff herstellen möchte). Volumenvliese bestehen auch aus einzelnen Fasern und haben keinen Fadenlauf, der beim Zuschnitt beachtet werden muss. 

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Schabrackeneinlage

Während des den Bügel- oder Gewebeeinlagen extra für den Einsatz an Kleidung konzipiert wurden, mögen es die sogenannte Schabrackeneinlagen nicht, wenn sie durch Bewegung extrem beansprucht oder evtl. sogar abgeknickt werden. Dabei handelt es sich um eine sehr feste und stabile Einlage, die sich fast anfühlt wie dünne Pappe, aber dennoch eine textile Oberfläche hat. Sie kann entweder aufgebügelt oder eingenäht werden und eignet sich z.B. für Taschenböden, Hüte, Schirme an Mützen, usw. 

Eine gute Alternative zur Schabrackeneinlage ist Decovil (light). Dies ist eine ähnlich stabile Bügeleinlage, die sich besonders gut zur Stabilisierung von Nähprojekten eignet, die durch kleine Wendeöffnungen gewendet werden müssen (z.B. Rucksäcke, Taschen etc.), da sie trotz Knicken und Falten gut in Form bleibt.

 

Vliesofix

Bei Vliesofix handelt es sich um ein ganz dünnes, beidseitig aufbügelbares Vlies, dass speziell für den Einsatz bei Applikationen konzipiert wurde. Es ist auf der einen Seite mit einer Papierschicht versehen auf die auch sehr kleinen Applikationsteile vorgezeichnet und ausgeschnitten werden können. Du bügelst es zunächst auf die linke Stoffseite auf und kannst danach das aufgezeichnete Teil entlang der aufgezeichneten Linien sorgfältig ausgescheiden. Nun kann die Papierschicht entfernt und das Applikationsteil wiederum mit dem Bügeleisen an der richtigen Stelle auf dem Trägerstoff fixiert werden. Dies verhindert ein Verrutschen oder Verziehen (z.B. bei Applikationen aus Jersey) beim anschließenden Festnähen. Es können damit aber auch einzelne Stofflagen für textile Bastelarbeiten miteinander verbunden werden.

 

Stickvlies

Für den Kreativbereich „Sticken“ gibt es eine fast unendliche Auswahl an diversen Vliesen, die aufgebügelt, aufgeklebt, aufgelegt oder eingenäht werden können. Ihr jeweiliges Einsatzgebiet bestimmt sich durch das verwendete Material. Einige Stickvliese verbleiben zur Stabilisierung am fertigen Nähprojekt andere haben aber auch die Eigenschaft, dass sie mit Wasser ausgewaschen oder mit dem Bügeleisen weggebügelt werden können. 

 

Spezialvlies

Neben den gängigen oben aufgezählten Produkten gibt es noch eine ganze Reihe Spezialvliese für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. So gibt es unter Anderem speziell kälte- bzw. wärmeisolierende Vliese für Topflappen, Winterjacken etc. aber auch einige Bügeleinlagen in Bandform, die sich z.B. hervorragend für das Fixieren und Vernähen von Saumkanten eignen. Außerdem noch diverse Vliese für den Bereich Patchwork und Quilten oder auch andere textile Bastel- und Nähprojekte. 

 

Tipps für das Verwenden von (Bügel-)Einlagen

Jede (Bügel-)Einlage hat eine unterschiedliche Verarbeitungsweise. So benötigt z.B. jede Einlage, die aufgebügelt wird, eine andere Temperatur und Bügeldauer. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich vor der Verarbeitung über die entsprechenden Herstellerangaben informierst. Bei einigen Vliesen stehen die Bügeltemperatur und Dauer am Rand aufgedruckt, alternativ findest Du diese meist auf der Webseite des Herstellers oder in der Produktbeschreibung Deines Stoffhändlers. Wenn Du Dir anfangs noch unsicher bist, ob das gewählte Vlies zu deinem Projekt passt, macht es immer Sinn, zuvor eine Bügel- und Nähprobe auf einem Reststück Deines gewählten Materials zu machen. So kannst Du testen, wie das Vlies mit Deinem Material reagiert und ob Du damit Dein gewünschtes Ergebnis in Bezug auf Griffigkeit und Stabilität erzielst. 

Bei sehr dicken und festen (Bügel-)Einlagen ist es hilfreich, diese immer etwas kleiner als Dein entsprechendes Schnittteil zuzuschneiden. Damit verhinderst Du gerade bei mehreren Stofflagen sehr dicke und wulstige Nähte, die entweder unschön aussehen oder den Tragekomfort einschränken können. 

 

Welche (Bügel-)einlagen sollte ich mir als Nähanfänger zulegen?

Solltest Du Dich jetzt durch die vielen unterschiedlichen Vliesarten überfordert fühlen, können wir Dich beruhigen. Es ist keinesfalls nötig, von allen (Bügel-)Einlagen dauerhaft etwas auf Vorrat zu haben. Gerade bei den Spezialvliesen genügt es absolut, diese projektbezogen einzukaufen. Dennoch gibt es ein paar (Bügel-)Einlagen, die Dir bei fast all Deinen Nähprojekten hilfreich sein können und Dir einiges an Nähfrust ersparen können. So macht es durchaus Sinn, eine der Bügeleinlagen H180/200/220 oder 250 zuhause zu haben. Damit kannst Du hervorragend Knopfleisten und Stoffkanten für Reißverschlüsse sowie Belege an Ausschnitten etc. fixieren und stabilisieren.

Wenn du gerne Taschen und andere Accessoires nähst und dafür manchmal nur dehnbare Stoffe findest, die Dir gefallen, ist auch eine Gewebe- oder Schabrackeneinlage wie G 700/710 etc. oder Decovil (light) sehr hilfreich. Diese eignen sich ebenso hervorragend zur Stabilisierung von Druckknöpfen oder Ösen an Kleidungsstücken, sodass diese bei Belastung nicht ausreißen. Und wenn Du gerne mit Applikationen, Aufnähern oder Label arbeitest, sollte auch nie ein Stück Vliesofix in deinem Kreativsortiment fehlen.

 

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Falls du noch Fragen oder Anregungen haben solltest, dann hinterlasse uns hier unter dem Blogbeitrag einen Kommentar oder komm doch gerne in die tolle StoffMetropole Näh-Community auf Facebook. Dort findest du viele tolle Inspirationen und einen netten Austausch mit Gleichgesinnten.


Viel Spaß beim Austesten der verschiedenen Bügeleinlagen wünschen Dir

Anne und Timo von StoffMetropole


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