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Nadelkunde

12.08.2021 09:20

Nadelkunde – Welche Nähmaschinennadeln gibt es?

Unsauberes Stichbild, Fadensalat, ausgelassene Stiche, Löcher, Deine Maschine frisst den Stoff, Dein Faden reißt andauernd? Jeder der gerne näht, kennt sicherlich mindestens eines dieser Probleme. Das ist Dir auch schon passiert? Und Du hast dich so geärgert, weil es nicht funktionieren wollte und hast vielleicht sogar Dein Nähprojekt frustriert in die Ecke geworfen, weil Du gedacht hast, Du kannst nicht gut genug nähen? 

Wir können Dich beruhigen: In den allermeisten Fällen liegt es nicht an Deinen Fähigkeiten! Unverzichtbar für ein sauberes Stichbild und reibungsloses Nähen ist die Wahl der passenden Nadel zum jeweils verwendeten Material. Um es Dir zukünftig einfach zu machen, Dich im „Dschungel“ der vielen unterschiedlichen Nadeln zurechtzufinden, wollen wir in diesem Blogbeitrag näher auf das Thema „Nähmaschinennadeln“ eingehen. Dabei versuchen wir Fragen wie: „Welche Nadeln gibt es überhaupt“ oder „Warum ist es überhaupt notwendig für fast jedes Material eine andere Nadel zu verwenden?" zu beantworten, damit Du Dich ab sofort nicht mehr über unsaubere Nähte und Fadensalat ärgern musst.

Und damit Du zukünftig den Überblick über deine verschiedenen Nadeln hast, haben wir noch ein tolles Näh- und Plott Freebie für ein praktisches Nadelorganizer-Kissen für Dich, das Du Dir weiter unten im Beitrag herunterladen kannst. Eine kurze Anleitung dafür findest Du ebenfalls am Ende dieses Artikels. 

Um mit der Nadelkunde zu starten, fangen wir zunächst einmal mit einer ganz allgemeinen Frage an:

 

Wie ist eine Nähmaschinen-Nadel aufgebaut?

Um Nähmaschinennadeln zuverlässig unterscheiden zu können, schauen wir uns als Erstes einmal an, wie diese aufgebaut sind.

Nähmaschinennadel Aufbau

Eine Nähmaschinennadel hat am oberen Ende einen sogenannten Kolben, an dem die Nadel in der Maschine befestigt wird. Hier kann man zunächst grob zwischen den beiden Nadelsystemen Flachkolben und Rundkolben unterscheiden. Diese verschiedenen Systeme haben jedoch keine Auswirkungen auf das Stichbild oder die Funktion der Nadel. Hierbei handelt es sich lediglich um die Form des Kolbens, sprich entweder rund oder an der Hinterseite abgeflacht. Betrachtet man die Nadel von oben, sieht man den Unterschied deutlich:

 

Nähmaschinennadel Vergleich Rundkolben Flachkolben

 

Rundkolben werden hauptsächlich in Industriemaschinen oder etwas älteren Nähmaschinenmodellen verwendet. Die meisten gängigen Haushaltsnähmaschinen verwenden heutzutage das Flachkolbensystem. Mit welchem System deine Maschine arbeitet, kannst Du einfach der Bedienungsanleitung Deiner Nähmaschine entnehmen. 

 

Welche Nähmaschinen-Nadeln gibt es?

Auf den ersten Blick sehen Nähmaschinennadeln zunächst alle relativ gleich aus. Und dennoch gibt es für so ziemlich alle Materialen und Gewebearten spezielle Nadeln, die sich durch kleine, aber feine Details unterscheiden. Diese sind für den späteren Näherfolg und ein sauberes Stichbild jedoch sehr entscheidend. Zum einen ist dies die Nadelstärke, also die Dicke der Nadel. Aber auch die Form der Nadelspitze unterscheidet sich von Nadel zu Nadel.

Standardmäßig werden Haushaltsnähmaschinen meistens mit mindestens einer sogenannten Universal-Nadel ausgeliefert. Der Name lässt zunächst vielleicht darauf schließen, dass man mit dieser Nadel nichts falsch machen und alle Materialien vernähen kann. Aber so einfach ist es leider nicht. Denn gerade bei sehr feinen oder auch elastischen Stoffen kann so eine Nadel aufgrund ihrer Spitze und meist auch der Nadelstärke mehr kaputt als gut machen.  

Deshalb gibt es für elastische Stoffe spezielle Jersey- bzw. Stretchnadeln, die eine etwas abgerundete, sogenannte Kugelspitze haben. Diese ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen, macht aber beim Vernähen dieser Stoffe einen entscheidenden Unterschied. Für besonders dicke Stoffe wie Canvas oder Jeans gibt es sehr stabile Jeansnadeln. Und wenn Du mit Leder nähen möchtest, verwende bestenfalls Nadeln mit einer sogenannten Schneidespitze, die sich besonders gut durch das dicke und feste Material arbeiten kann. Speziell für sehr feine Stoffe wie Seide, Georgette etc. gibt es die Microtex-Nadel. Sie ist besonders dünn, um die empfindlichen Stoffe so wenig wie möglich zu beschädigen. Deshalb ist sie auch sehr gut geeignet für Outdoorstoffe wie z.B. Softshell, die durch das Verarbeiten so wenig wie möglich in ihrer wasserabweisenden Funktion beeinträchtigt werden sollen. 

Neben diesen gängigen und am häufigsten genutzten Nadeltypen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Spezialnadeln. Dies sind zum Beispiel Stick-, Overlock-, Anti-Glue-, Hohlsaum-, Metallic-, Quilt-, Zwilling- und Drillingsnadeln. Diese sind an die entsprechenden Materialien angepasst.

 

Warum ist es so wichtig, zu jedem Stoff die passende Nadel zu verwenden?

Wie im letzten Abschnitt bereits erwähnt, unterscheiden sich die Nadeln im Wesentlichen durch ihre Nadelstärke und die Form ihrer Spitze.

Die gängigen Nadelstärken werden immer in 1/100mm angegeben und bewegen sich zwischen 60-100. Dabei gilt die Faustregel: Je dünner und feiner der Stoff, desto geringer die Nadelstärke. Je dicker und fester der Stoff, umso dicker sollte die Nadelstärke sein. Während zu dicke Nadeln in feinen Stoffen unschöne Löcher verursachen, bricht eine zu dünne Nadel in dicken festen Stoffen sehr schnell ab.

Die unterschiedlichen Nadelspitzen sind den verschiedenen Webarten der Stoffe geschuldet (Webware, Maschenware etc.). Die Universalnadel durchsticht den Stoff mit ihrer Kegelspitze, wodurch gegebenenfalls einzelne Fäden durchtrennt werden können. Während dies bei gewebten Stoffen wie z.B. Popeline, Jeans, Canvas etc. bei passender Nadelstärke kein Problem darstellt, können bei sogenannter Maschen- bzw. Strickware wie Jersey oder Sweat unschöne Löcher bzw. sogar Laufmaschen entstehen. Dafür gibt es die speziellen Jersey- bzw. Stretchnadeln. Diese durchstechen den Stoff nicht einfach, sondern schieben die einzelnen Maschen mit ihrer abgerundeten Kugelspitze auseinander und verletzen den Stoff somit nicht. Bei Webware sind Stretchnadeln hingegen eher ungeeignet und führen meist zu einem unsauberen Stichbild, wenn nicht sogar zu Fehlstichen.

 

Nadelvergleich Kegelspitze und Kugelspitze

 

Bei sehr dünnen, aber dicht gewebten Stoffen wie z.B. Seide wird eine ebenfalls dünne, aber dennoch spitze Nadel benötigt. Verwendest Du hier eine zu dicke Nadel, durchsticht diese nicht den Stoff, sondern schiebt ihn mit der Nadel unter deine Stichplatte, sodass sich dort der Stoff mit der Unterfadenspule verhaken kann. Im schlimmsten Fall  wird nicht nur Dein Stoff, sondern auch die Nähmaschine beschädigt.  


Ein weiteres Problem, das durch die falsch gewählte Nadel entstehen kann, ist ein „Fadensalat“ aus verhedderten Ober- und Unterfäden. Auch das liegt daran, dass die Nadel nicht richtig durch den Stoff gleiten kann und sich Ober- und Unterfaden nicht gleichmäßig verbinden. 

 

Wie kann ich die einzelnen Nadeln unterscheiden?

Mit welcher Nadel Du es gerade zu tun hast, verrät Dir die Verpackung. Diese beinhaltet sowohl die Marke, den Nadeltyp, das Nadelsystem sowie die Nadelstärke.

Nähnadel Verpackung

Bei Nähmaschinennadeln lohnt es sich auf jeden Fall, zu Markenprodukten wie Schmetz oder Organ zu greifen. Die hochwertige Verarbeitung und gleichbleibende Qualität ersparen Dir viel Ärger und Frust beim Nähen. Denn im schlimmsten Fall können durch qualitativ schlechte Nadeln auch Schäden an Deiner Nähmaschine entstehen. 


Solltest Du versehentlich die Verpackung der Nähmaschinennadel weggeworfen oder verlegt haben, kannst Du die Markennadeln der Firma Schmetz relativ einfach an dem individuellen Farbcode erkennen, der speziell für die Nähmaschinennadeln entwickelt wurde. Dabei hat jede Nadel zwei charakteristische Farbringe, wobei der obere immer den Nadeltyp und der untere die jeweilige Nadelstärke kennzeichnet. Welche Farbe welcher Nadel zugeordnet ist, kannst du hier nachlesen.

Nähnadel mit Beschreibungen

Bei den Nadeln von Organ ist es leider nicht ganz so einfach. Während man die Jeansnadel noch recht schnell am blau eingefärbten Kolben erkennt, kann man die restlichen Nadeln nur durch den Aufdruck am Nadelschaft (durch eine Lupe) erkennen. Deshalb macht es immer Sinn, die jeweilige Verpackung zu behalten und die Nadeln direkt nach Gebrauch dort wieder einzusortieren. 

Wie oft sollte man die Nadel wechseln?

Auch die beste Markennadel ist irgendwann einmal abgenutzt und sollte dann getauscht werden. Wann dies der Fall ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Je nachdem, wieviel und was Du schon mit der Nadel genäht hast, kann sie von einem Projekt bis zu mehreren Wochen halten. Grundsätzlich solltest Du die nadel wechseln, sobald diese beschädigt ist. Wann dies der Fall ist, erkennst Du an einem unsauberen Stichbild, kaputten Stoffen, lauten Nähgeräuschen oder häufig reißenden Fäden. Wurde die Nadel einmal während des Nähens ungewöhnlicher Belastung ausgesetzt (z.B. es wurde daran gezogen, sie hat sich im Stoff verhakt oder ist auf der Stichplatte der Nähmaschine aufgeschlagen) ist ihre Lebensdauer natürlich begrenzt. Falls Dir so etwas passiert ist, solltest du grundsätzlich umgehend die Nadel genau überprüfen und gegebenenfalls sofort vorsorglich tauschen. Denn schon leicht verbogene Nadeln können zu größeren Schäden an Deinem Stoff oder Deiner Nähmaschine führen. 

Ansonsten merkst du meist direkt am Stichbild bzw. an auftretenden Fehlstichen oder sonstigen Nähproblemen, wann es Zeit ist, die Nadel zu wechseln. Auch wenn Deine Nähmaschine ungewöhnlich laute Geräusche beim Nähen macht („hämmern“), ist ein Nadeltausch sinnvoll. 

 

Fazit

Für saubere Nähte und viel Spaß am Nähen ist die Wahl der richtigen Nadel unerlässlich. Prüfe deshalb bereits vor Deinem Projekt, ob du die passende Nadel zu Deinem verwendeten Material hast und überprüfe diese auf ihre Funktionsfähigkeit. Falls Du Dir unsicher bist, kannst Du dies auch vorab auf einem kleinen Reststück Deines gewählten Stoffes testen. So ersparst Du Dir anschließend viel Ärger und Frust und kannst Schäden an Stoff und Maschine erfolgreich verhindern. 

 

Kostenlose Anleitung - Nadelkissen inklusive Plotter Freebie

Nadelkissen vor Nähmaschine

Alternativ erwartet Dich ein tolles DIY-Projekt für einen praktischen Nadelorganizer. Das Projekt ist nicht nur einfach, sondern geht auch schnell von der Hand. Damit hast Du immer die perfekte Übersicht und alle Nadeln, die Du benötigst, sind sofort griffbereit. Zur Anleitung!

Wir hoffen, wir konnten Dir einen kleinen Überblick geben welche Nadeln es gibt und warum es so wichtig ist, immer die passende Nadel zu verwenden.

Wenn Du weitere Informationen zum Nähen möchtest oder Dich mit anderen Kreativen austauschen möchtest, dann komm doch in unsere Facebookgruppe „StoffMetropole Nähcommunity“. Dort findest Du großartige Ideen, kreative Anregungen und erfährst von Neuigkeiten auf unserem Blog. 

Anne und Timo von StoffMetrppole


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