Shopauskunft_logo

Shopauskunft

4.91 / 5,00
4708 Bewertungen
Shopauskunft 4.91 / 5,00 (4708 Bewertungen)

Bedienerfreundlichkeit
Produktsortiment

Preisgestaltung
Bestellabwicklung

Lieferung
Service und Support

Sobomu
21.09.2021
Sobomu
21.09.2021
Brigitte
19.09.2021
Ari
18.09.2021
Jenny
16.09.2021
selbergnäht
10.09.2021
Nähfieber
08.09.2021
Jenny
08.09.2021
Sabine Richter
31.08.2021
SK
29.08.2021

Nahtzugabe - Wichtigkeit & Hilfsmittel zum Anzeichnen

10.09.2021 15:18

Nahtzugabe Wissen - Warum ist die Nahtzugabe so wichtig?

Die „Nahtzugabe“ ist eines der ersten Themen mit denen sich ein Nähanfänger konfrontiert sieht. Mit oder ohne, schon im Schnittmuster enthalten oder selbst hinzufügen, 0,7cm, 1cm oder sogar 2cm…spätestens dann, wenn man sein Nähprojekt zuschneiden möchte, ist es wichtig zu wissen ob und welche Nahtzugabe hinzugegeben werden muss. Aber was ist denn eigentlich die Nahtzugabe und warum ist sie so wichtig?

Ganz allgemein ist die Nahtzugabe der zusätzliche Stoff an allen Kanten Deines Schnitteiles an der eine Naht zum Zusammennähen gesetzt werden muss, also z.B. Seitennähte, Halsbündchen, Schulternähte, Teilungsnähte usw.). Im Umkehrschluss benötigt der Stoffbruch natürlich keine Nahtzugabe, da hier später nichts zusammengenäht wird.  Da die Naht nicht exakt auf der Stoffkante genäht werden kann, weil sie sonst sofort ausreißen oder ausfransen würde, ist ein Abstand zur Stoffkante zwingend notwendig. Außerdem dient dieser „Überstand“ dazu, dass der Nähfuß Deiner Maschine oben schön gleiten und der Transporteur unter dem Stoff diesen gleichmäßig transportieren kann.

Ob die Nahtzugabe in einem Schnittmuster schon enthalten ist oder nicht, ist also eine der ersten Fragen, die Du in Erfahrung bringen musst, bevor Du Dein Nähprojekt zuschneidest. Meistens findest Du die Angabe gleich auf einer der ersten Seiten der Nähanleitung oder als direkter Hinweis auf den Schnitteilen. Es gibt nämlich keine allgemeingültige Aussage darüber, ob und wieviel Nahtzugabe in einem Schnittmuster enthalten sein muss. Einige Designer arbeiten immer mit einer enthaltenen Nahtzugabe von z.B. 0,7cm, bei anderen Designern ist grundsätzlich keine Nahtzugabe enthalten und sie muss beim Zuschnitt selbst an allen Nähkanten hinzugefügt werden.

Bei Schnittmustern, die bereits eine Nahtzugabe enthalten kannst du exakt an der Kante deines Schnitteiles zuschneiden, während du bei Schnittmuster ohne Nahtzugabe mit einem gleichmäßigen Abstand dazu schneiden musst. Sollte dir dies frei Hand schwer fallen kannst du mit unterschiedlichen Hilfsmitteln die Nahtzugabe zuvor anzeichnen (siehe Kasten unten: „Tipps zum leichteren Übertragen der Nahtzugabe“)

 

 

Grundsätzlich ist es immer wichtig, die vorgegebene oder selbst gewählte Nahtzugabe beim Zusammennähen genau einzuhalten, da schon bereits kleine Abweichungen (gerade bei eng geschnittenen Kleidungsstücken) zu großen Passform-Problemen führen können. Bei Nähprojekten aus dehnbaren Stoffen, wie z.B. Jersey, gleichen sich kleine Unregelmäßigkeiten aufgrund der Elastizität des Materials wieder etwas aus und fallen evtl. nicht so sehr ins Gewicht. Webwareprojekte verzeihen jedoch so gut wie keine Abweichungen. Warum das so ist, zeigt Dir folgende kleine theoretische Rechnung am Beispiel eines Webware Sonnenhutes aus 6 Hutteilen für einen gewünschten Kopfumfang von 48cm:

 

 

Wie Du anhand dieser Beispielrechnung erkennen kannst, summieren sich bereits Abweichungen um wenige Millimeter gerade bei mehreren Einzelteilen am Ende zu einer enormen Abweichung was in diesem Fall dazu führen würde, dass der Sonnenhut entweder zu groß oder viel zu klein wird.

Wenn du die Nahtzugabe selbst wählen kannst, hängt die Breite sowohl von Deinem gewählten Material als auch von Deiner persönlichen Vorliebe ab. Außerdem gilt: Je größer Deine Nahtzugabe bemessen ist, desto mehr Spielraum bleibt Dir für spätere Änderungen an Deinem fertigen Kleidungsstück. Projekte aus Webware sollten grundsätzlich immer mit einer etwas größeren Nahtzugabe (≥ 1cm) zugeschnitten werden, da das Material aufgrund seiner Herstellungsart dazu neigt, auszufransen. Du bekommst deshalb in diesen Schnittmustern meistens die Empfehlung, die Stoffkanten erst zu versäubern und dann erst zusammenzunähen. In den Schnittmustern, in denen die Nahtzugabe bereits enthalten ist, beträgt diese meistens 0,7 cm. Dieser Wert kommt daher, dass der durchschnittliche Abstand der Nähmaschinennadel zur Stoffkante bzw. die Breite einer Overlocknaht standardmäßig 0,7cm beträgt, was man oft auch als „nähfüßchenbreit“ bezeichnet. Miss doch also einfach mal aus, ob das bei deinen Nähmaschinen auch der Fall ist. Sollte es nicht so sein oder bevorzugst Du persönlich eine andere Nahtzugabe, so müsstest Du dies bei jedem Zuschnitt zukünftig beachten.

   

 

Hilfsmittel, um die Nahtzugabe anzuzeichen

  • Stifte (evtl. zusammengeklebt) 
  • Messrad mit Kreide
  • Abstandshalter für die Stoffschere
  • Maßband

Tipps für das leichtere Übertragen der Nahtzugabe

  • Schnitteile auf den Stoff stecken und mit Maßband oder Lineal und Stift rundherum die Nahtzugabe abmessen und anzeichnen
  • 2 Stifte zusammenkleben und mit beiden entlang Kante des Schnittmusters anzeichnen. Vorteil: So hast Du nicht nur Deine Schnittlinie, sondern direkt auch eine exakte Nahtlinie gezeichnet. Achte jedoch darauf einen Stift zu verwenden der sich leicht wieder entfernen lässt (z.B. Bleistift,Trickmarker, Kreidestift etc.)
  • Messrad mit Kreide zu Anzeichnen
  • Abstandshalter, der an die Stoffschere angebaut werden kann und auf unterschiedliche Nahtzugaben eingestellt werden kann verwenden (z.B. „Karl“)
  • Schnittmuster auflegen und frei Hand mit Augenmaß schneiden. ACHTUNG: Nur für geübte Näher!

Kommentar eingeben