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Saum nähen – 11 Möglichkeiten für Saumabschlüsse

14.02.2022 16:20

Du kennst es bestimmt auch: Vor allem, wenn Du ohne Schnittmuster nähst, kommt irgendwann die Frage nach dem Saum auf. Wie genau säumst Du die Stoffkanten und welche Option passt am Besten?

Heute erhältst Du einen praktischen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, Deine Stoffkanten zu säubern. Zudem bekommst Du Antworten auf gängige Fragen zu diesem Thema und wirst im Nu zum Saumexperten!

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1 Definition - Was bedeutet Saum, Saumlinie und Saumzugabe?

Als Saum wird die umgenähte Stoffkante (z.B. eines Kleidungsstückes) bezeichnet. So werden beispielsweise Hosenbeine, ein Rockabschluss oder der Halsausschnit eines Oberteils gesäumt. Das Ende des fertigen Saums bezeichnest Du als Saumlinie, während Saumzugabe die Menge an Stoff beschreibt, die beim Zuschnitt für den Saum eingezeichnet wird.

 

2 Was benötige ich zum Säumen?

In erster Linie wird eine Nähmaschine oder Overlock mit farblich zum Stoff passendem Garn benötigt (oder natürlich Garn in Kontrastfarben für auffällige Nähte). Ebenfalls sind ein Bügeleisen und ein Saummaß wertvolle Helfer, denn so wird Dein Saum besonders ordentlich.

Nutze ebenfalls Stoffklammern oder Stecknadeln, um den Saum vor und beim Nähen an Ort und Stelle zu halten. Eine Stoffschere sowie ein Textilmarker sind ebenfalls hilfreich.

 

3 Wozu dient ein Saum?

Ein Saum dient dazu, die Stoffkante des Kleidungsstückes schön abzuschließen. Vor allem bei Webwaren ist dies wichtig, denn sie können ausfransen. Damit Du Deine Versäuberungsnaht verstecken kannst oder das Versäubern anderweitig verhindert, gibt es den Saum.

Je nachdem, welche Saumart Du nutzt, erhältst Du sehr verschiedene Ergebnisse. Du kannst also ebenfalls optische Aspekte in die Wahl mit einbeziehen und kannst Dir den Saum als Hingucker zu Nutzen machen. Er kann ebenfalls dabei helfen, dass ein Stoffabschluss an Ort und Stelle bleibt und sich nicht verzieht.

 

4 Verschiedene Saum Arten 

Nun ist es an der Zeit, Dir die verschiedenen Möglichkeiten des Säumens vorzustellen.

 

4.1 Offenkantig vernähen (falscher Saum)

Zu Beginn lernst Du die wohl einfachste Methode des Säumens kennen, mit der Du quasi in 0 Minuten fertig bist. Denn: Du lässt den Saum einfach weg und trägst Dein Kleidungsstück offenkantig. Das bedeutet, die Stoffkanten werden nicht versäubert, gesäumt oder anderweitig verschönert. Sie bleiben einfach einlagig offen. Besonders oft wird dies bei Mänteln und Co. aus festen Stoffen wie Walk, Filz oder Wolle gemacht.

Doch warum kann man diese einfache Art des Säumens nicht immer nutzen?

Eine gute Frage, denn theoretisch ist diese einfache Art des Nähens doch immer eine gute Option, oder? Leider nicht. Denn Stoffe aus Webware fransen aus. Lässt Du sie ungesäumt und versäuberst Du sie nicht, werden sie mit der Zeit immer weiter ausfransen. Vor allem nach dem Waschen wirst Du einen merklichen Unterschied feststellen müssen. Schlimmstenfalls können sogar Deine Nähte kaputt gehen, wenn der Stoff immer weiter aufribbelt.

Auch bei Maschenware ist das offenkantige Vernähen nicht immer eine gute Idee. Denn jeder, der schonmal mit Jersey genäht hat, weiß es: Die Stoffkanten rollen sich gern mal ein. Das wird Dir auch beim fertig genähten Kleidungsstück passieren, wenn Du es nicht säumst. Die unbearbeiteten Stoffkanten Deines Rockes würden sich unschön nach außen hochrollen, was optisch weniger schön aussieht.

Ein offenkantiger Saumabschluss ist also nur bei schweren Stoffen empfehlenswert, die weder ausfransen noch wellig werden.

 

4.2 Einfach umgeschlagener Saum

Diese Technik ist zwar nicht ganz ohne Aufwand zu meistern, der Zeitaufwand ist jedoch minimal. Hierbei schlägst Du die Stoffkante einmal nach innen (links) um. Wie weit Du sie einschlägst ist entweder im Schnittmuster vorgegeben, oder Du tust dies nach eigenem Ermessen. Meist sind 1-2cm eine gute Wahl. Bedenke, dass Du diesen Umschlag anschließend festnähen musst. Zu knapp solltest Du ihn also nicht berechnen, damit Du noch ohne Probleme absteppen kannst.

Zum Annähen kannst Du dann einen einfachen Geradstich mit einer Stichlänge von 2,5-3,5mm verwenden. Achte unbedingt darauf, dass Dein Faden (wenn gewünscht) besonders gut zum Stoff passt, damit die Naht schön unsichtbar wird. Selbstverständlich kannst Du auch eine Kontrastfarbe nutzen, um einen besonders hervorstechenden Saum zu erhalten.

Achtung: Solltest Du ein selbst kreiertes Schnittmuster nutzen oder ohne Schnitt nähen, solltest Du Dir Deinen Saum schon vor dem Zuschnitt überlegen. Denn: Je nach Art des Säumens berechnet sich die Saumzugabe. Diese sollte unbedingt beim Zuschnitt bedacht werden, damit Dir nachher genug Material für Deinen Saum zur Verfügung steht.

Beispiel: Du hast Dir einen Rock Zuschnitt aufgezeichnet, der exakt der Länge plus Nahtzugabe entspricht, die Du Dir wünschst. Du möchtest ihn am unteren Ende mit einem einfachen Saum veredeln. Berechnest Du das nicht frühzeitig, fehlen Dir diese 1,5cm (Beispiel Saumumschlag von 1,5cm) am Ende an der Rocklänge. Damit das nicht passiert solltest Du die 1,5cm schon beim Schnittmuster, spätestens aber beim Zuschnitt, ergänzen (nur an der unteren Stoffkante, da nur diese gesäumt wird).

 

4.3 Doppelt / Zweifach eingeschlagener Saum

Hierbei gehst Du ähnlich vor, wie bei der eben genannten Variante. Allerdings schlägst Du den Stoff nicht nur einmal, sondern gleich zwei Mal nach links um. Das hat den großen Vorteil, dass auf der Innenseite Deines Kleidungsstücks keine offene Stoffkante zu sehen ist.

Hast Du Deine Stoffkanten beispielsweise zu Beginn mit der Overlock versäubert, verschwindet diese Naht komplett im Saum. Sie wird also unsichtbar und Du erhältst auf der rechten sowie linken Seite des Genähten tolle Abschlüsse.

Tipp: Nimm Dir unbedingt ein Bügeleisen zur Hilfe. Hier macht der Spruch „Gut gebügelt ist halb genäht“ wirklich Sinn! Bügel Dir sowohl den ersten als auch zweiten Umschlag gut fest. Besonders einfach ist das bei Stoffen wie Baumwolle oder Leinen, etwas mehr Schwierigkeiten bereiten dünne Blusenstoffe. Hier solltest Du Dir alles nach dem Bügeln zusätzlich gut feststecken, um einen geraden Saum zu erhalten.

Auch hier musst Du den Saum bereits beim Schnittmuster berechnen und ihn in Deinen Zuschnitt integrieren. Andernfalls könnte Dein Nähergebnis nicht die Maße haben, mit denen Du geplant hast.

Den ersten Umschlag kannst Du recht schmal halten (z.B. 1cm), den zweiten berechnest Du so, dass Du ihn angenehm feststeppen kannst. Insgesamt solltest Du hier mit mindestens 2,5-3cm für den gesamten Saum rechnen.

 

4.4 Säumen mit der Zwillingsnadel

Eine Zwillingsnadel ist eine wahre Wunderwaffe. Sie besteht aus zwei Nadeln und kann ganz normal in gängige Nähmaschinen eingesetzt werden.

Sie hat nicht nur die Besonderheit, dass sie zwei parallel verlaufende Nahtlinien zaubert. Sie kann ebenfalls versäubern. So näht sie auf der Unterseite des Stoffes im Zickzackstich, während auf der Oberseite gerade Nähte entstehen.

Besonders oft wird diese Methode bei Hosenbeinen angewandt. Dabei wird gern kontrastreiches Garn (z.B. in gelb) verwendet.

Tipp: Achte unbedingt darauf, welche Stoffseite beim Nähen oben liegt, denn die Nähte sind verschieden!

 

4.5 Rollsaum nähen

Diese Variante ist besonders bei fester Kleidung beliebt oder dann, wenn sichtbare Nähte und starke Kontraste gewünschst sind. Ein Rollsaum ist etwas schwieriger als die bisher vorgestellten Methoden und erfordert etwas Übung und Geduld.

Doch dank eines Hilfsmittels wird es Dir etwas einfacher gemacht. Ein Rollsaumfuß* (für viele Nähmaschinen Modelle erhältlich) verfügt über eine Einfassschiene, die Dich beim Nähen unterstützt. Mit ihm gelingt Dir ein feiner Rollsaum deutlich einfacher, denn die Schiene führt den Stoff bestens und sorgt für ein ordentliches Ergebnis.

 

4.6 Rollsaum nähen mit der Overlock

Einige Overlock Modelle haben ein extra Rollsaum Program. Dies kannst Du einstellen und nähst dann nur noch mit ein oder zwei Nadeln. Je nach Anzahl der Nadel erhältst Du dabei eine sehr feien (eine Nadel) oder etwas gröbere (zwei Nadeln) Naht, die deutlich enger genäht ist.

Bevor Du den Rollsaum mit der Overlock nähst, solltest Du Dich gut informieren, wie genau das geht. Meist enthält Deine Bedienungsanleitung eine detaillierte Info darüber. Teste einfach an einem Stück Reststoff, ob Deine gewählten Einstellungen passen und Du das Ergebnis erhältst, das Du Dir wünschst.

 

4.7 Rollsaum nähen mit der Nähmaschine

Es ist ebenfalls möglich, den Rollsaum ohne Rollsaumfuß mit der normalen Nähmaschine zu nähen. Das ist jedoch nicht einfach und erfordert einige Übung. Da der Einschlag sehr schmal ist, wirst Du hier sehr langsam nähen müssen. Prüfe immer wieder, dass Du einen gleichmäßigen Abstand einhältst und der Rollsaum perfekt zur Naht liegt.

Du kannst für einen Rollsaum sowohl einen Gerad- als auch einen Zickzackstich verwenden. Hier ist Dein Geschmack gefragt: Während der Geradstich eher unauffällig ist, zielt der Zickzack auf Hingucker Nähte hin. Gleichzeitig deckt der Zickzackstich dank seiner Breite eine größere Fläche beim Nähen ab, sodass es hierbei etwas einfacher ist, den Saum zu erwischen.

 

4.8 Wellensaum nähen (welliger Rollsaum)

Mittlerweile ist auch diese Methode sehr angesagt. Gerade bei engen Shirts und (Crop) Tops wird er oft verwendet: Der Wellen Rollsaum.

Durch Spannung auf dem Stoff, während Du den Rollsaum nähst, entsteht die angesagte Wellenoptik. Stelle dazu einen besonders breiten Zickzackstich ein und stelle die Stichlänge auf 0 (denn dann greift Dein Transporteur nicht ein). Lege Deinen Stoff unter die Maschine und halte ihn auf Spannung (spanne ihn mit viel Zug).

Nun sticht die Nadel in der linken Nadelposition in den Stoff, rechts daneben. Da Deine Maschine (aufgrund Stichlänge 0) nicht transportiert, bist Du für das Führen des Stoffes verantwortlich. Halte ihn durchgehend auf Zug und höre beim Nachfassen kurz auf zu nähen bis die Spannung wieder hergestellt ist.

Führe den Stoff so langsam, dass der Zickzackstich die gesamte Stoffkante bedeckt. Das kann etwas dauern und erfordert Geduld. Jedoch bewahrt Dich langsames und aufmerksames Nähen davor, noch eine zweite Runde drehen zu müssen, da sich die Naht nicht ausreichend wellt.

Achtung: Diese Methode funktioniert ausschließlich mit dehnbaren Stoffen. Hier gilt: Je elastischer, desto besser. Außerdem gelingt Dir der Wellensaum weniger gut gegen den Fadenlauf. Achte also darauf, dass Dein Stoff an den offenen Kanten, die mit dieser Saum Art verschönert werden soll, in die gleiche Richtung verläuft.

Tipp: Du hast nicht langsam genug genäht, nicht alles erwischt und Deine Naht wellt sich weniger als gewünscht? Dann nähe einfach die gesamte Naht noch einmal entlang und Du wirst sehen, dass sich Dein Ergebnis verbessert.

 

Tipp: Da immer öfter nach einem Rollsaum Tutorial gefragt wird, kannst Du Dich freuen. In naher Zukunft wirst Du eine praktische Anleitung finden! Damit Du diese nicht verpasst, abonniere jetzt schnell den YouTube Kanal, drücke dort die Glocke und registriere Dich gratis für den Newsfeed!

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4.9 Mit Schrägband säumen

Bei dieser Methode nimmst Du Dir ein schickes Schrägband zur Hilfe. Damit fasst Du die Stoffkanten ein und kreierst so einen einzigartigen Look.

Wie Du Schrägband annähst siehst Du besonders gut in der StoffMetropole Backset Anleitung. Hier kannst Du Schritt für Schritt nachvollziehen, wie das Schrägband zugeschnitten, festgesteckt und angenäht wird.

 

4.10 Beleg nähen

Eine weitere Möglichkeit (z.B. wenn Du die Saumzugabe vergessen hast), sind Belege. Bei Schnittmustern sind diese meist enthalten, falls sie im Schnitt vorkommen.

Du nähst sie rechts auf rechts an Deinen Ausschnitt (z.B. Hals) an und klappst sie nach innen um. Der professionelle Begriff dafür lautet übrigens „verstürzen“ (= Beleg nach innen klappen). Anschließend steppst Du ihn fest und nähst ihn gegebenenfalls innerhalb der Schulternähte noch einmal fest, damit er nicht nach außen klappt.

 

4.11 Bündchen nähen

Auch ein Bündchen ist eine Form des Säumens. Was dies genau ist und wie Du Bündchen ausmisst, zuschneidest und annähst, lernst Du in der StoffMetropole Bündchenkunde.

Zum Artikel!

 

5 Saum nähen bei Jersey Stoffen

Achte bei jedem Saum darauf, elastische Stoffe nicht zu dehnen. Ansonsten könnte der Saum beim Nähen verrutschen, ungleichmäßig werden und Wellen schlagen. Vor allem bei Jersey Stoffen (sehr elastisch) ist Vorsicht und Geduld geboten. Lege Dir den Stoff lieber einmal mehr passend zurecht und klammere Dir alles gut fest. Die Ausnahme bildet selbstverständlich der Wellensaum, bei dem das Dehnen die einzigartige Optik erzeugt.

Auch beim Annähen von Bündchen darf der Stoff keinesfalls gedehnt und ausschließlich das Bündchen unter Zug angenäht werden. Ansonsten erhältst Du wellige Nähte, die in dem Fall nicht gewünscht sind.

 

Jetzt hast Du mit Sicherheit Lust, diese verschiedenen Optionen zu testen. Alles, was Du dafür brauchst, findest Du im StoffMetropole Onlineshop. Ob Nähmaschinennadeln, Stoffe oder Garn, hier bist Du richtig!

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Wir wünschen Dir viel Freude beim Testen Deines neugewonnen Wissens

Anne und Timo von StoffMetropole



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